Kung Fu von ganz weit und von ganz nah

Wenn man etwas ganz genau verstehen möchte, benötigt man zumindest zwei Werkzeuge: Ein Mikroskop und ein Fernglas. Denn zum einen möchte man die gelernte Technik verfeinern, besser verstehen und exakt ausführen. Zum anderen möchte man wissen, wie sie in Bezug auf die anderen Techniken zu verwenden ist und wo ihr Platz im Kung Fu System ist.

Wenn man das einmal herausgefunden hat, legt man sich gedanklich das größte Zoomobjektiv zu, das man sich vorstellen kann und fängt an wie in einem Videoeffekt ganz schnell herein- und wieder herauszuzoomen und jede Technik perfekt im Einzelnen und zugleich in einem ultimativen Gesamtzusammenhang einzuordnen. Jedoch gerät bei dem vielen zoomen so manches etwas aus dem Fokus.

Nach einiger Zeit des Trainings wird man dann meistens etwas entspannter und arbeitet ohne permanentes hinein- und hinauszoomen. Stattdessen beginnt man die Vorteile verschiedener Fixbrennweiten zu schätzen. Man trainiert dann eine Stunde lang ein bestimmtes Detail und ist der Technik ganz nah oder man verschafft sich einen Überblick und versucht das bisher gelernte sinnvoll einzuordnen. Auch wenn es dann vermeintlich etwas länger dauert bis man das Gefühl hat einen neuen Skill erarbeitet zu haben wird einem zumindest nicht schwindelig.